Hamburger Lesefrühstück: Andreas Kollender liest aus Von allen guten Geistern

Hamburger Lesefrühstück: Andreas Kollender liest aus Von allen guten Geistern

Andreas Kollender erzählt in seinem neuen Roman Von allen guten Geistern von einem Hamburger Psychiater, der die Behandlung der Irren humanisieren wollte. Das ist, so muss ich leider feststellen, bis heute nicht vollständig gelungen. Der Autor liest aus seinem Buch höchstselbst beim Hamburger Lesefrühstück am kommenden Samstag im Hotel Wedina in St. Georg.

„Im Sommer 1864 verkaufte ein Mann Zwangsjacken. Es war heiß auf dem Marktplatz am Heiligengeistfeld vor den Toren Hamburgs. Die Menschen bestaunten seine seltsame Ware. Der Mann kam aus der Heil- und Irrenanstalt Friedrichsberg. Er war kein Patient. Er war der Leiter. Am Abend des Tages lachte der Mann Fanny Nielsen an und sagte, es sei keine einzige Jacke übrig geblieben. Nicht eine. Er habe den Zwang verkauft. Fanny Nielsen, einer Schauspielerin, gefiel diese Formulierung. Sie legte dem Mann eine Hand auf den Unterarm. Bald darauf kam es zu einem Unglück. Andreas Kollender hat sich beim Schreiben von dem historischen Ludwig Meyer inspirieren lassen, einem kämpfe­rischen Psychiater, der seiner Zeit weit voraus war. Meyer, der die Wirren der 1848er-Revolution miterlebt hat, lehnte jegliche Form der Unterdrückung ab und wollte die Welt nicht nur für seine Patienten besser machen. Kollender hat einen brillanten Roman über einen humanen Reformer und dessen Leidenschaft für die freiheitsliebende Fanny geschrieben.“

Der Psychiater Ludwig Meyer wollte in Hamburg Mitte des 19. Jahrhunderts das „Irrenanstaltswesen“ revolutionieren. Dabei stieß der Mediziner auf heftige Widerstände. Auf spannende Weise erzählt Andreas Kollender vom Kampf eines mutigen Arztes für humane Verhältnisse bei der Behandlung geistiger Erkrankungen. Nicht nur für seine Patienten wollte Meyer die Welt besser machen. Sein Roman Kolbe (2015. Pendragon) wurde ein großer Erfolg und erschien bereits in den USA.

„Kollender hat hervorragend erzählte Romane veröffentlicht, die zum Besten gehören, was die deutsche Literatur in den letzten Jahren hervorgebracht hat.“
(WDR)

Andreas Kollender, geb. 1964 in Duisburg, studierte in Düsseldorf Germanistik und Philosophie. Nebenbei arbeitete er auf dem Bau und in einer Kneipe. Seit 1995 lebt er als freier Autor in Hamburg. Veröffentlichte u.a. die Romane Teori, Der Todfeind, Vor der Wüste.

Hamburger Lesefrühstück mit Andreas Kollender

Samstag, 11.3.2017 um 12.00 Uhr
Buffet ab 11.00 Uhr à € 20,- inkl. Lesung
Wer nur zur Lesung kommt, zahlt Euro 5,- (Reservierung erforderlich!).
Karten unter (040) 227 92 03 oder E-Mail: lit@lit-hamburg.de

Von allen guten Geistern von Andreas Kollender
440 Seiten, Taschenbuch
Pendragon (20. Februar 2017)
EUR 17,-

Hotel Wedina

Gurlittstraße 23, 20099 Hamburg (St. Georg)

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