Hoffest Nr. 3: 2 Jahre Gängeviertel

  • Das Gängeviertel wird zwei. Richtig gelesen. Nicht Zweihundert, sondern 2. Allerdings ist damit die Besetzung der Reste des Hamburger Gängeviertels durch die Künstlerinitiative KOMM IN DIE GÄNGE gemeint. Die Künstler bewahrten so, die historischen Häuser in der Hamburger Innenstadt vor dem Ausverkauf und schufen sich damit einen wundervolle Ort der Begegnung, der Kunst, der Arbeit und des Lebens. Herzlichen Glückwunsch.

    Uns erwarten Konzerte, Austellungen, Performances, Steg-Schnitzeljagd, Kuchen, Live-Hörspiele, Familienduell, Lesungen, Diskussionen (klaro!), Gespräche, Filme, Töpferspaß, Portraitzeichnen, Tortenschmaus und vieles, vieles andere mehr.

    Was hier selbstverständlich nicht fehlen darf, sind die verkopften Rhabarereien im Sinne einer Politik von ganz unten. „Empört euch!“, heißt es, als hätten wir es nicht gewußt. Empört euch während einer interaktive
    Wäscheleinendiskussion von und mit Echte Demokratie jetzt! Hamburg.

    Den das Gängeviertel, ist mehr als ein Viertel, auch wenn es vielleicht kleiner ist, als ein Viertel. Also ist es eher ein Viertel Viertel, aber dennoch mehr. Warum, das erfahrt ihr in dem Text Mehr als ein Viertel

    Wenn man wie ich, seinen Urlaub in Nordamerika verbracht hat, dann möchte man sogleich auch eine noch mehr echte, aber wirklich echt echte Demokratie sofort Sache gründen … um sich irgendwie in Deutschland wieder zurecht zu finden.

    Lassen wir also die vielen Wort einen guten Mann sein und freuen uns auf ein spannendes Wochenende im Hamburger Gängeviertel!

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    Großes Feierwochenende vom 26.-28. August 2011
    im Hamburger Gängeviertel

    Hier der Text aus dem Jubiläums-Gängeviertel-Newsletter:
    Liebe Leserinnen und Leser,

    auf den Tag genau vor zwei Jahren ist das letzte historische Arbeiterwohnquartier in der Hamburger Innenstadt vor dem Abriss gerettet worden und die Initiative KOMM IN DIE GÄNGE begann, diesen Ort mit Leben zu füllen. Man dichtete die Dächer, entfernte gefühlte 500 Tonnen Taubenkot, unterstützte fehlende Statik, verlegte Strom, baute Toiletten ein und Öfen für die kalten Winter, bepflanzte die Höfe und unternahm unzählige gestalterische Eingriffe. Parallel gab es mindestens 163 Ausstellungen, 220 Konzerte, 12 Theateraufführungen, 280 Lesungen, 163 Filmvorführungen, über 200 Rundgänge, 45 Vorträge und Diskussionsveranstaltungen, zahlreiche sonstige Veranstaltungen und ein Krippenspiel für weit über 50.000 Besucher aus In- und Ausland. Außerdem brachte man fünf Kinder zur Welt und gründete eine Genossenschaft. Dutzende Studienarbeiten entstanden schon über die Initiative, deren Vertreter selbst auf zahlreichen Vorträgen im In- und Ausland über das Projekt referiert haben. Die weit über 230.000 Stunden geleisteter ehrenamtlicher Arbeit würden bei einem Stundenlohn von 10 Euro bis heute über 2,3 Millionen Euro an Arbeitsleistung ergeben.

    Bis heute laufen die Verhandlungen mit der Stadt. Zwei große Hürden müssen noch überwunden werden: die Initiative braucht die Belegungsrechte in Selbstverwaltung, um die Genossenschaft ihrem Satzungszweck zuzuführen, und sie möchte, dass die Häuser durch einen fachlich versierten Architekten ihres Vertrauens denkmalgerecht saniert werden, mit einer sauberen Trennung von Finanzierung und Planung. Denn diese Häuser verdienen nach Jahren der Vernachlässigung mehr als eine Standardsanierung, damit die vielen historischen Details auch für zukünftige Generationen erhalten werden können.

    Wir danken Euch für die vielen Spenden, die ganze Aufmerksamkeit und insgesamt die riesige Unterstützung, die Hamburg seinem Gängeviertel hat zukommen lassen! Und wir möchten mit Euch von Freitag bis Sonntag feiern. Das gesamte Programm findet Ihr auf unserer neuen Homepage: www.das-gaengeviertel.info

    Euer zwei Jahre altes Gängeviertel

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