Alles wird besser – Der wahre Kulturgipfel vor der Hamburg Wahl 2011

Was man in Hamburg unter einem Kulturgipfel versteht, zeigten Kulturschaffende der Stadt auf Einladung der Bürgersinitiative Altonaer Museum bleibt! am 27. Januar 2011 in die Altonaer „Fabrik“. Man lud vor der Wahl am 20. Februar führende Politiker zur Podiumsdiskussion auf die Bretter, die die Welt bedeuten, um zu erfahren, wie es weitergehen soll mit der Kulturpolitik in der altehrwürdigen Hansestadt. Die Beschädigungen der Hamburger Kultur durch den schwarz-grünen Senat sind immer noch spürbar, Wut und Empörung ebenso.

Twickel moderiert das Blumenblühen beim wahren Kulturgipfel 2011„Es hat sich eine Menge angesammelt in den letzten Monaten“, meinte der sympathischen Peter Schwanewilms von der Initiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT, der die gut besuchte Veranstaltung in der Hamburger Fabrik moderierte. Er meinte damit auch den vergangenen Kulturgipfel am 27. Oktober letzten Jahres von des Fürsten Ahlhaus Gnaden, der uns den Schlammassel letztendlich einbrockte. Dort gab es eine schallende Ohrfeige für die Stiftung Historische Museen, die doch gefälligst selber sehen sollten, wie sie die Sparsumme aufbrächten. Ob mit Altoner Museum oder ohne, das war der Koalition völlig piepe. Es dauerte ein paar Tage, bis das skandalöse Ergebnis dieses Großmuts verarbeitet war und die Kulturschaffenden die Schockstarre ablegten. Am Ende log sich der kleiner Koalitionspartner in die Tasche und beendetet die Zusammenarbeit mit Ahlhaus mit nachvollziehbaren Ausreden. Siehe dazu auch Kulturgipfel und weitere Aktionen.

Nebenbei bemerkt, wollen wir nicht vergessen, dass wir der GAL/den Grünen auch die Erhöhung der Kita-Gebühren zu verdanken haben, wie das Kohlekraftwerk Moorburg und eben das empörende Sparpaket, für das allein die autoritätsgläubige CDU verantwortlich gemacht wird. Oder, um es mit Olaf Scholz zu sagen: Die Hamburger Grünen versuchen sich in die Hecke zu schlagen, wollen sich heimlich aus der Verantwortung stehlen für die Kitagebührenerhöhung und die dramatischen Sparmaßnahmen in der Hamburger Kultur.


Bürger fragen die Politiker auf dem wahren Kulturgipfel in Hamburg

Irgendwie hat es auch die GAL – und allen voran die Grünen-Vorsitzende und Machtpolitikerin Katharina Fegebank, die die Koaltion bis zuletzt verteidigte – nicht mitgeschnitten, dass es darum geht MIT den Bürgern zu regieren und nicht über sie hinweg oder gar, wie in der Kulturpolitik deutlich wurde, GEGEN sie. Von der CDU haben wir kaum anderes erwartet, sag ich mal. Obwohl Ole von Beust mit der Ex-Kultursenatorin Karin von Welck eine sehr engagierte Persönlichkeit gewonnen hatte, die für Kultur „brannte“, die Vertrauen und Glaubwürdigkeit bei den Kulturschaffenden besaß. All das wurde mit dem Senat Ahlhaus unbedacht, aber professionell zerstört.

Warum brachte man es nicht fertig, wenn man schon weder Basis noch Bürger, noch die Betroffenen befragte, wenigstens zu sagen, wie sparen die 1,5 Millionen für das Hamburger Polizeiorchesters lieber, als das wir eins der historischen Museen in Hamburg schließen. Denn diese Museen sind wesentlich für Kultur, Bildung und Identität der Stadt? Wer so nicht denken kann, hat auch in unserem Senat nichts verloren.

Eine ergreifende und empörende Rede hielt ebenfalls vor der Podiumsdiskussion an diesem Abend Ekkehard Nümann, Vorsitzender des Vorstandes „Freunde der Kunsthalle e.V.“ in Hamburg: „Früher hatten wir in der Kulturbehörde Leute, die Ahnung von der Oper oder von Kunst hatten. Heute finden Sie dort Controller und fantasielose Juristen.“ Nümann wies auf die vielen Hamburger hin, die sich ehrenamtlich in den Freundeskreisen für Kultur in der Stadt engagierten und auch sehr viel Geld aufbrächten, um beispielsweise die Kunsthalle zu unterstützen. Hamburg hat diese wunderbare Tradition und ist eine Kulturstadt, die eine ganz andere Kulturpolitik verdient hat.


Klaus Schumacher vom Jungen Schauspielhaus beim wahren Kulturgipfel 2011

Weiter mit Kirsten Baumann, Chefin der Stiftung Historische Museen, die einen Zehn-Punkte-Plan erarbeitet hat und verliest und die, vom Dessauer Bauhaus nach Hamburg gekommen, in die „Kultur-Provinz“ verschlagen fühlt: „Wenn wir professionell arbeiten wollen, brauchen wir ein professionelles Gegenüber.“
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Bezeichnenderweise war es ein längst abgedankter Politiker, Ex-Kultursenator Dieter Biallas (FDP), der mit gravitätischer Stimme zu bedenken gab, Kultur müsse wieder etwas sein, das die Hand auch mal beißt, die sie füttert, schreibt Joachim Mischke im Hamburger Abendblatt: „Unverblümt unverbindlich – Der erste Wahre Kulturgipfel in der Fabrik brachte Protestler und Politiker auf ein Podium. Aber kaum Erkenntnisse.“

Olaf Scholz wurde vom wundervollen Christoph Twickel gefragt, ob denn das Wahlprogramm in Sachen Kultur nicht unrealistisch sein? Später erwähnte der Bürgermeisterkandidat lobend das Buch GENTRIFIDINGSBUMS oder Eine Stadt für alle
vom Fragesteller. Das will ich mal lesen. Also, sind die Versprechungen der SPD zur Hamburger Kulturpolitik nun unrealistisch?

Hören wir hier noch einmal Konstantin Kleffel, vom Hamburger Architekturbüro Kleffel Papay Warncke ist seit 1998 Präsident der Architektenkammer Hamburg. Konstantin Kleffel, stellvertretender Vorsitzender des Hochschulrats der HFBK, sprach zum Thema Denkmalschutz in Hamburg, was einige grundsätzliche falsche Entwicklungen in Hamburg beleuchtet, die nur schwer zu ertragen sind:
[audio://sommer-in-hamburg.de/wp-content/uploads/2011/01/Konstantin-Kleffel-über-Hamburgs-Denkmalschutz.mp3|titles=Konstantin Kleffel über Hamburgs Denkmalschutz]

Dem Bürgermeister-Kandidat der Sozialdemokraten Olaf Scholz, wird insbesondere von den angeblich „starken Schultern“, von denen sich niemand eine Scheibe abschneiden mag, vorgeworfen, er gäbe nichts als (leere) Wahlversprechen. Dafür ging der ehemalige Hamburger Innensenator kurz ein, in dem er meinte, dass das vor einer Wahl nun einmal so funktioniert. Man sagt, was man machen möchte – das ist das Wahlversprechen – und wird dafür gewählt – das ist das Vertrauen der Wähler! Meine ich auch. Was wäre denn die Alternative zu Wahlversprechen? Ein verbindlicher Wahl-Vertrag? So weit sind wir leider noch nicht.

„Der Bürgermeister sollte sich für das Thema Kultur in Hamburg interessieren“, das fände Olaf Scholz eine gute Verbesserung (zum aktuellen Zustand). Aber wer sollte Kultursenator im künftigen Hamburger Senat werden?

Der Künstler Hinnerk Bodendieck mit seinen wunderbaren Plakaten, der sich sehr für die Bürgerinitiative „Altonaer Museum bleibt!“ engagiert, meinte zum Abschluss der lohnenden Veranstaltung, dass man diesen Schulterschluß der Kultur in Hamburg und das rührende, zupackende Bürgerengagement Ahlhaus und Stuth zu verdanken hätte. Denn ohne deren skandalösen und falschen Beschlüsse, hätte es das alles nicht gegeben.

Politiker antworten auf die Fragen vom Anfang beim wahren Hamburger Kultugipfel 2011:

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