Kulturgipfel und weitere Aktionen

Nun hat man sich von allerdröbster Stelle herabgelassen mit den Betroffenen zu … sprechen. Dabei ist doch Schweigen Gold, wie Bürgermeister Ahlhaus und sein Junker Stuth 21 in den letzten Wochen deutlich machten. Nun treffen sich Hamburgs Kulturschaffende mit diesen beiden Sparpaketianten, um, wie es aus dem Rathaus heißt, „die gegenwärtige Debatte zu versachlichen“. Der Sparkurs jedoch steht nicht zur Debatte bei der feinen Tafel im Gästehaus des Senats an den alsterlichen „Schönen Aussicht“. Von daher rüsten wir uns zu weiteren Protest-Aktionen!

Zunächst ein Rückblick auf den vergangenen Samstag. Bei der Demo Leerstand zu Wohnraum vom Unicmapus zum Astraturm konnte ich leider nicht mit. Aus diesem Grunde schwanken auch die Angaben über die Anzahl der Demonstranten. Jede Partei nennt einfach die ihr genehme Zahl. So schwankt es zwischen drei- und siebentausend. Da sage ich 12. Und selbst das wäre für eine Metropole wie Hamburg viel zu wenig.


Das Bündnis „Leerstand zu Wohnraum“ fordert:
Die Besetzung von Leerstand muss legalisiert werden, um der Spekulation mit Leerstand ein sofortiges Ende zu bereiten.

Aber nun zu den Aktionen in dieser Woche:
Präambel: Dienstag 15.30 Uhr wird das Schauspielhaus endlich zum Kulturschutzgebiet erklärt. Es bekommt eine Plakette und die Kollegen aus dem Gängeviertel halten eine Rede.

1. „Kulturgipfel“ und Kundgebung – Der Hamburger Senat versus Hamburger Kultur.
Mahnwache vor dem „Kulturgipfel“ gegenüber dem Gästehauses des Hamburger Senats. Die Mahnwache soll um 19.30 Uhr starten. Dazu auch Kampfansage Schauspielhaus: Mittwoch 19.00 treffn wir uns alle mit Fackeln am Atlantik-Anleger, Außenalster und bringen unsere Geschäftsführung zur Schönen Aussicht. Da findet im Gästehaus des Senats nämlich der Kulturgipfel statt. Warm anziehen!
Gästehaus des Senats, Schöne Aussicht 26, 22085 Hamburg – Map

Die „Linksfraktion Hamburg meldet zur nächsten Bürgerschaftssitzung am Mittwoch 27. Oktober 2010 zur Debatte an: Die Zukunft des Altonaer Museums und der Stiftung Historische Museen Hamburg. Dann wollen wir mit einer namentlichen Abstimmung sehen, wer diesem Museeum den Todestoß setzen wird.“

DIE LINKE ist die einzige Fraktion, die einzige Partei in Hamburg, die sich nicht nur in dieser Sache „anständig“ verhält, sich engagiert, die Bürger ernst- und mitnimmt und ernsthaft versucht gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Das muss man (leider) so sagen.

Andere Gruppen, die sich an dieser Stelle hervortun, leiden teilweise sehr stark unter einem „regressiver Antikapitalismus“ und schießen für meinen Geschmack weit übers Ziel hinaus. Aber es ist offenbar wichtig, dass es diese Grüppchen gibt.

2. Demo „Hamburg geht ein Licht auf – Kultur und Bildung für alle!“
Donnerstag, 28. Oktober 2010 von 16:00 bis 18:00
Laternenumzug vom Hühnerposten zum Gänsemarkt, bevor wieder die Weihnachtsmärkte die City verstopfen und uns Bücherhallen, Theater und Museen unter dem Arsch weggerissen werden. „Gegen Kürzungen im Kultur- und Bildungsbereich, gegen die geplante Schließung des Altonaer Museums! Kommen Sie und und setzen sich dafür ein, dass das Altonaer Museum, die Angebote des Deutschen Schauspielhauses und der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen erhalten bleiben!“
Hühnerposten, Hühnerposten, 20097 Hamburg – Map

3. Das Grauen über Altona – Das Museum schlägt zurück
Freitag, 29. Oktober von 18:00 bis 23:00
„Eine grauenvolle Situation: der Senat beschließt die Schließung eines Museums mit einer fast 150-jährigen Geschichte. Das Altonaer Museum aber schlägt zurück und lädt ein zu einem Abend, der sich dem Grauen genussvoll aussetzt. Angeboten wird eine szenische Lesung in Kooperation mit dem Deutschen Schauspielhaus, gruselige Kurzfilme und schließlich Murnaus Nosferatu – eine Sinfonie des Grauens von 1922. Krönender Abschluss des Abends ist eine Preisverleihung: Das Motto lautet Der Herr der Fliegen. Prämiert wird das gelungenste Kostüm im Publikum.“
Szenische Lesung & Gruselige Kurzfilme – der Eintritt ist frei!
Altonaer Museum, Museumstraße 23, 22765 Hamburg – Map


Reiterstaffel der Bürgerinitiative ALTONAER MUSEUM BLEIBT! Ab jetzt jeden Samstag um 12.00 Uhr Protest auf dem Alma-Wartenberg-Platz in Hamburg-Ottensen. Solange, bis der Senat seinen Beschluß, unser liebes Museum zu schließen, zurückgenommen hat.

3. Bezirksversammlung Altona zur Schließung des Altonaer Museums
Selbst die CDU-Basis in Altona ist von den Plänen zur Schließung des Altonaer Museums überrascht und erschüttert, wie man mir in einer Straßendiskussion versicherte. Das nennt sich dann Demokratie. Gegen Diedaobenkratie. Welche Fraktion im Bezirk würde es wagen, sich für die Schließung auszusprechen? AM Der Fahnenmast am Altoaner Rathaus ist stark genug um als Galgen zu fungieren.
Kollegiensaal, Altonaer Rathaus, Platz der Republik 1, 22767 Hamburg – Map

4. Grosser Volks-Ratschlag im Altonaer Theater
Montag, 01. November 2010, 19:00 Uhr
Blöder Name – gute Sache. Was an einem Ratschlag Volk sein soll, weiß der Geier. Die Volksinitiative für den Erhalt der Vielfalt in der Hamburgischen Museenlandschaftwird mit dem Rechtsanwalt Dr. Gerhard Strate ihren Gesetzesentwurf vorstellen, erläutern
und darüber entscheiden, wann die Initiative für ein Volksbegehren startet. Mit dabei: zahlreiche Unterstützer aus Kunst und Kultur, zum Zwecke der Schmeichelei von Aug und Ohr. Auf dass auch der Spaß nicht zu kurz komme … Eintritt natürlich frei!
Altonaer Museum, Museumstraße 23, 22767 Hamburg – Map

Museen sind Stätten der Aufklärung und auch der Besinnung. Sie zu nutzen ist angeraten, denn sie machen klug. Wichtig ist, dass sie existieren: Zu wissen, dass die nachwachsenden Generationen die Möglichkeit haben werden, auf das Leben vieler Generationen vor ihnen zurück zu blicken und sich damit aus der Sicht kommender Jahre zu beschäftigen, ist wichtig.

Verschaffen wir uns bei den taub-blinden Politikern – die demokratische Volksvertreter sein sollen und keine Darsteller solcher – Gehör. Und hoffen wir, dass nach dem Kulturgipfel in Hamburg das Altonaer Museum gerettet ist. Ich gehe davon aus.

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