Lesbisch Schwulen Filmtage in Hamburg

Lesbisch Schwulen Filmtage in Hamburg

Familie ist, wo Liebe ist – „Family Matters“ ist der Schwerpunkt der 24. Family Lesbisch Schwulen Filmtage in Hamburg – International Queer Film Festival – die vom 15. – 20. Oktober 2013 in unserer freien und Hansestadt stattfinden. Der Schwerpunkt Familie bezieht sich natürlich auf die aktuelle Debatte, die erst kürzlich mit den Urteilen des Bundesgerichtshofs ihre vorläufigen Höhepunkt auf dem Weg zur Gleichbehandlung erreichte. „Familie ist da, wo Kinder sind“, sagte Horst Köhler, daran schließt das Motto an und erweitert es.

Mehr als 120 Filme aus aller Welt werden bis Sonntag bei Deutschlands ältestem und größtem lesbisch schwulen Filmfestival gezeigt. Durch die glamouröse Eröffnungsgala am Dienstagabend auf Kampnagel führen die legendären Didine van der Platenvlotbrug und Blessless Mahoney. Es gibt noch Restkarten an der Abendkasse.

Neben dem charmantesten Publikum Hamburgs werden bereits erste internationale Regisseur_innen aus Venezuela, Japan und den USA auf dem roten Teppich erwartet. Außerdem sind zwei Mitglieder der internationalen Jury, Yair Hochner aus Israel und Karin Kröll vom Künstlerinnenverband bildwechsel aus Hamburg, bereits anwesend, bevor Kollegin Doris Senn von Pink Apple Zürich sich am Mittwoch zu ihnen gesellen wird. In den folgenden fünf Tagen werden noch 40 weitere nationale und internationale Filmgäste erwartet, u.a. der US-Comicstar Ariel Schrag, die Performance-Künstlerin Janice Perry oder der deutsche Regisseur Jochen Hick.

Im Anschluss an die Gala werden die 24. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg mit dem neuen Werk des letztjährigen Jurypreis-Gewinners Axel Ranisch von diesem persönlich eröffnet: Ich fühl mich Disco ist eine humorvoll erzählte, berührende Vater-Sohn-Geschichte. Der Film startet am 31.10. in den deutschen Kinos. Neben Axel Ranisch werden auch die Hauptdarsteller_innen in Hamburg anwesend sein.


Trailer der 24. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg

Die Diskussion um die vollständige Gleichstellung von Lebenspartnerschaften zur Ehe und im Adoptionsrecht hat in den letzten Monaten viel Öffentlichkeit erhalten. Bei allen wichtigen Kämpfen für Homo-Ehe und das Adoptionsrecht für Lesben und Schwule wollen wir einen Blick auf die erweiterten Familienformen werfen, die gerade in der queeren Kultur eine große Wichtigkeit und Tradition haben. Familie kann so viel mehr sein als Mama-Mama-Kind oder Papa-Papa-Kind. Familie, das ist ein Netz verbindlicher und verlässlicher Beziehungen zwischen verschiedenen Menschen. Familie, das ist Gemeinschaft und Fürsorge.

Mit dem diesjährigen Themenschwerpunkt Family Matters wollen die Lesbisch Schwulen Filmtage die Diskussionen um den Familienbegriff erweitern. Das größte queere Filmfestival Deutschlands widmet der Familie vom 15.-20.10.2013 einen umfangreichen Programmschwerpunkt. Der bereits mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete „My Brother the Devil“ der britischen Regisseurin Sally El Hosaini erzählt die Beziehung zweier ägyptischstämmiger Brüder im Londoner Stadtteil Hackney. Diese Beziehung ändert sich schlagartig nach dem Coming-out des älteren Bruders. Eine Wahlfamilie für die queere Latina-Community schildert „Wildness“ (Wu Tsang, USA 2012) am Beispiel einer legendären Bar in Los Angeles, deren Stammgäste sich plötzlich mit den Folgen von Gentrifizierung konfrontiert sehen. Der amerikanische Spielfilmerfolg „Any Day Now“ (Travis Fine, USA 2012), der auf einer wahren Geschichte basiert, ist ein Beitrag zur Debatte um Adoptionsrechte für Lesben und Schwule. „Azul y no tan rosa“, der erste schwule Film aus Venezuela, war ein Publikumshit in den heimischen Kinos. Der aufwändig produzierte Spielfilm kreist um die Familie – die, in die man hineingeboren wird und die man sich wählt. Die Schweizer Tragikomödie „Rosie“ ist schon jetzt ein großer Festivalerfolg. Der Film erzählt die Geschichte der Witwe Rosie, die sich und ihre Kinder nach einem Schlaganfall mit unbequemen Wahrheiten konfrontiert. „Right2Love“ nimmt uns mit auf eine Reise durch Europa: wie leben homosexuelle Paare mit ihren Kindern? Wie sieht ihre rechtliche Situation aus? Der Film zeigt, dass Europa in dieser Frage noch längst nicht vereint ist. Ebenfalls um Kinder geht es im Dreierprogramm „Drillinge“. Drei Kurzfilme, aus Dänemark, Frankreich und Israel, verhandeln – mal unterhaltsam, mal nachdenklich, das Thema Kinderwunsch. Die Filme zeigen: Familie ist, wo Liebe ist!

Programm der 24. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg als PDF

Die Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg sind als Deutschlands ältestes und größtes queeres Filmfestival aus einem kulturellen Freiraum heraus entstanden und regional sowie überregional fest etabliert. Sie finden bereits zum 21. Mal statt und sind mittlerweile das zweitgrößte Filmereignis der Stadt. 2009 kamen über 15.000 Besucher_innen. Das Besondere an den Filmtagen ist die enge Bindung an das Publikum und an die queeren Communities. Die Hamburger Zuschauer_innen nehmen regen Anteil am Geschehen und sorgen so für eine einzigartige Festivalatmosphäre.

Das Festival bietet überwiegend Neuproduktionen aus aller Welt. Es stellt die Bandbreite queeren Filmschaffens dar und hat den Anspruch, ein Forum für gesellschaftlich engagierte, diskussionswürdige und anspruchsvolle Filmkultur zu sein – nicht nur für die queeren Communities, sondern für alle Filminteressierten. Die Filmtage zeichnen sich nicht zuletzt durch ihr Rahmenprogramm aus: Diskussionen, Workshops, Festivalpartys und das tägliche Get-Together runden das Festival ab.

Eine Fachjury verleiht an ein herausragendes Werk den mit 5.000 Euro bestdotierten queeren deutschen Award: den Jurypreis der Lesbisch Schwulen Filmtage. Vom Publikum werden Preise für die besten Kurzfilme (lesbisch, schwul, gender bender), die beste Dokumentation und den besten Spielfilm vergeben. Alle fünf Preise sind mit jeweils 1.000 Euro dotiert. Der Wettbewerb Made in Germany fördert außerdem den deutschen Nachwuchs mit einem filmbezogenen Sachpreis.

Das Festival wird größtenteils ehrenamtlich von einem zehnköpfigen Team organisiert. Für die Festivalwoche kommen mehrere Dutzend Helfer_innen dazu.

Die Lesbisch Schwulen Filmtage finanzieren sich durch Eintrittsgelder, Benefizveranstaltungen, Spenden und Mitgliedsbeiträge des Trägervereins Querbild e.V.. Sie werden seit Langem von der Behörde für Kultur, Sport und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg und dem Förderkreis „Push-up Club“ unterstützt.

24. Lesbisch Schwulen Filmtage Hamburg

International Queer Film Festival 2013
Vom 15. – 20. Oktober 2013

Teilnehmende Locations & Kinos des Filmfestivals Lesbisch Schwule Filmtage Hamburg

Kampnagel, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg (Barmbek Süd)
Metropolis, Kleine Theaterstr. 10, 20354 Hamburg (Innenstadt)
Passage 1 & 2, Mönckebergstraße 17, 20095 Hamburg (Mönckebergstraße)
Studio, Bernstorffstraße 93-95, 22767 Hamburg (St.Pauli)
Rote Flora, Achidi-John-Platz 1, 20357 Hamburg (Sternschanze)

Tickets und mehr Infos unter www.lsf-hamburg.de

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