Das Hamburger Hafenmuseum
19. August 2009 von Mark von Gestern
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Es riecht nach altem Öl und auch die Luft schmeckt irgendwie schmierig. Der feuchte, alte Stahl hat seinen ganz eigenen Duft, vor allem wenn an und mit ihm jahrzehntelang gearbeitet wurde. Das Hafenmuseum in den “50er-Schuppen” im Hamburger Freihafen ist etwas ganz besonders. Nicht nur für Liebhaber grandioser Industrieromantik und Touristen – auch ehemalige Hafenarbeiter kommen hier voll auf seine Kosten!
Es weiß ja kaum jemand, der mich nicht schon seit langem gut kennt, dass ich ehemaliger Hafenarbeiter bin. Noch 1979 begann ich eine Lehre als Schweißer in der Lehrwerkstatt der Blohm & Voss AG, auf dem Gelände der ehemaligen Stülcken-Werft. Heute steht dort, wie es zu der allgemeinen und manchmal unerträglichen Banalität und Unterhaltungsmentalität passt das Musical-Zelt mit dem König der Löwen!
Ein Besuch bei dem zugegebener Maßen etwas entlegenen Hafenmuseums ist deswegen für mich etwas ganz Besonderes und eine große Freude. Es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten, mit den Gerüchen, dem Stahl, den Fahrzeugen und Kränen, Schiffen und Seelenverkäufern, mit diesen eigenartigen Industriehallen des Hamburger Hafens und den Menschen, die im Hafen ihr Arbeitsleben verbracht haben und die alles nun ehrenamtlich erhalten.
Ich mache kein großes Aufheben um meine 5 Jahre bei Blohm & Voss, in der Reparatur-Abteilung 2, die zuständig war für das Trockendock Elbe 17 und die beiden Schwimmdocks gegenüber des Hamburger Fischmarkts. Damals im Hafen habe ich ein paar Brocken türkisch gelernt, hatte spannende Kollegen vom Bosborus, dem Balkan (vor der Katastrophe in Juguslawien) und aus dem Knast. Ich habe damals sehr viel gelernt, ich habe Solidarität kennengelernt, Arbeistkampf und Gewerkschaften. Musste unter Lebensgefahr in den riesigen Laderäumen, in gefährlicher Höhe und in Doppelböden, bei Wind und Wetter und stets frühmorgens arbeiten.
Sicher bin ich einer der ganz wenigen, der sich vom Hafenarbeiter zum Web-Kreativen gewandelt hat … Aber wir sind vom Thema abgekommen.
Das Hafenmuseum muss man gesehen haben. Unbedingt.
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> Das Hafenmuseum muss man gesehen haben. Unbedingt.
Schön. Aber wie komm ich hin?
Danke für die sehr gute Frage! Denn es ist in der Tat nicht leicht, zum Hafenmuseum zu gelangen, wenn man kein Auto hat. Auch der Hafenmuseums-Website allerdings befindet sich ein hervorragender Anfahrtsplan. Ob mit Rad, Bahn, Fuß oder mit Schiff: Es ist zu schaffen! ;0)
Ich bin generell ja wirklich ein ganz großer Fan solcher Museen, allerdings musste ich doch schon des öfteren feststellen, dass sie dann doch eher denjenigen etwas sagen, die sowieso schon irgendeine Art Bezug zum Thema haben. Werde bei meinem nächsten Hamburgbesuch aber mit Sicherheit auch mal Ausschau nach dem Museum halten und mir meine Meinung bilden. Denn was wäre Hamburg schließlich ohne den Hafen?!
Liebe Claudia, Hamburg ohne den Hafen, wäre immer noch Hamburg mit der Elbe … oder zumindest mit der Aster, den vielen Parks, den tausenden von kreativen Menschen, voller Originale, voller Kunst und Kultur undundund.
Das Museum lohnt sich ganz sicher!
Übrigens: Ich musste Deinen Business-Link aus deinem Kommentar entfernen. Diese sind hier – verständlicherweise -kostenpflichtig. Oder auf Gegenseitigkeit. Wir verstehen uns, gell.