Hamburger Arroganz

Hamburger Arroganz

Es wird nur wenige geben, die sich an die Band „Hamburger Arroganz“ erinnern werden. Es wird dagegen nicht wenige geben, die sich lebhaft vorstellen können, wie die Band zu dem Namen gekommen ist. Ich weiß zwar nicht, ob Hamburger immer noch Deutschlands Stadt mit den meisten Millionären ist, damals war das aber so. In manchen Teilen der Stadt fühlt man sich jedenfalls gerne als etwas bessers. Zuletzt sehr schon dargestellt in der meisterhaften NDR-Fernsehserie Der Tatortreiniger.

In Folge vier der Serie, muss Tatortreiniger Schottys eine feine Villa Blutspuren beseitigen. Nicht über mein Sofa heißt die Folge, in der sich von der Dame des Hauses einiges gefallen lassen muss. Als er auf allen Vieren das Blut eines Einbrechers beseitigt, fragt diese ihn, was er denn beruflich mache; Abitur hätte er ja wohl nicht. Das Haus könnte sehr gut in >Othmarschen, Nienstedten, Klein Flottbek, Rissen oder Blankenese stehen, auch Harvestehude oder Uhlenhorst liegen weit vorn, was diese Art von Hochnäsigkeit angeht. Das ist kein Klischee, sondern habe ich als gebürtiger Hamburger, der viel herum gekommen ist, direkt selbst erlebt.

In diesen Stadtteilen reitet man gerne. Man reitet gerne und reist gerne nach Sylt. Man gibt sich gern very British, liebt Springreiten, Pferdesport und natürlich Polo. Neben Feldhockey, Fechten und Turmspringen natürlich. Will man hier mithalten, fängt es bei der Kleidung, die bekanntlich Leute machen an. Und wer glaubt, Zalando liefere nur Frauenschuhe an die Mädchenmassen in den Großraumbüros, der irrt. Nein, die haben auch richtig feine Sachen, edlen Zwirn und Markenshops. So wird ein Schuh draus, wenn man nämlich gleich ein ganzes Lebensgefühl mit der Klamotte nach Haus geliefert bekommt. Kein Wunder, wenn man schreit vor Glück.

Man darf die Sache also nicht zu ernst nehmen und dafür sind wir hier in Hamburg auch bekannt: Gut aussehen ja, gut anziehen und gut essen, immer. Schlechte Musik, schlechte Schauspieler und sinnloses Geballer im Tatort: Nein.


Hamburger Arroganz mit fetten 80er-Jahre-Elektro-Sound zu Hamburger Rap mit sehr guten Texten.

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