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Der Gang – Charmante Eröffnung des Atelierhauses Behringstrasse

Drucken | 29. Oktober 2009 von Mark Max Henckel

Brandheiß, Featured, Kunst

Der Gang – Charmante Eröffnung des Atelierhauses Behringstrasse

Unsere sympathische Kultursenatorin Karin von Welck hielt zur Eröffnung der Atelier-Gemeinschaft Der Gang eine ebenso interessante Eröffnungsrede, wie Sylvia Henze von Ateliers für die Kunst [AfdK] Hamburg, Henning Tants, der Vorstandssprecher der Sprinkenhof AG, sowie die Foto-Künstlerin Susanne Ludwig. Hat sich sehr gelohnt diese kleine, bunte Feier inmitten einer spannende Ausstellung.

Die Eröffnung des Atelierhauses DER GANG war sehr gut besucht und ein voller Erfolg. Viele Künstler und Verwanwortliche, Freunde und Verwandte der Truppe, Bürger und Neugierige waren gekommen, um dieses Ereignis zu würdigen. Und in der Tat sind die Zusammenhänge in der diese Ateliergemeinschaft nun 5 Jahre lang stattfinden darf wirklich spannend. Denn am Ende geht es um Hamburg und seine Kultur, um den Umgang der Stadt Hamburg mit seinen Künstlern.

Im Koalitions-Vertrag zwischen der CDU und der GAL (den man hier downloaden kann) heißt es:
Es soll ein Verfahren entwickelt werden, Liegenschaften im städtischen Besitz temporär oder dauerhaft für künstlerische und kreativwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen. Konkrete Objekte sind identifiziert. Die Raumverteilung an Kreative in der Speicherstadt wird weiter ausgebaut.

Die Sprinkenhof AG, die spätestens durch den skandalösen Streit um das Gängviertel in Hamburg bekannt wurde, und eben jene städtischen Liegenschaften verwaltet, tritt im Fall von DER GANG als Vermieter auf. Kalt zahlen die Künstler übrigens 4,- €/qm2, warm zahlen sie den Gang mit und kommen so auf 8,50 €/qm2 Miete, wie uns Susanne Ludwig wundervoll vorrechnete. Doch die Künstler mussten in ihrem neuen Atelierhaus alles selber renovieren und haben monatelange, schwere Arbeit hinter sich.

Tja, nun, die Spinkenhof AG ist natürlich kein Kindergeburtstag und will Geld verdienen. Klar. Und dies sei ja auch das ewige Spannungsfeld: Kunst und Kommerz, Kultur und deren Verkauf. Es wird ja in diesen Tagen bei dem Konflikt um das von Hamburger Künstlern besetzte Gängeviertel überdeutlich. Mit der Initiative “Komme in die Gänge”, die bei dieser Eröffnung natürlich mehrfach Erwähnung fand, und den Künstlern im Frappant – von denen einige Anwesend waren – erklärte man sich denn auch solidarisch. Denn, wie Sven-Michael Veit in der TAZ Hamburg schrieb: Die Botschaft, die aus dem alten Quartier im Hinterhof der Finanzbehörde dringt, lautet, dass ziviler Ungehorsam sinnvoll, notwendig und legitim ist. Sie mahnt, dass das Herz einer Stadt nicht in Bilanzen darstellbar ist. Sie beharrt altmodisch darauf, dass Identität unverkäuflich zu sein hat.

Künstler, so lernen wir, brauchen die Nähe zur Bevölkerung, zu den Bürgern in den Zentren der Stadt. Sei wollen nicht als Paradiesvögel belächelt werden, wie Susanne Ludwig deutlich machte, sondern mitten in der Gesellschaft ihre Kunst zeigen und entstehen lassen. Deshalb werden also Objekte wie das historische Gängeviertel und das Frappant in Hamburg Altona besetzt. Denn bezahlbarer Atelierraum in der City, dort, wo das Leben pulsiert, den Künstler so dringend brauchen, muss erhalten und ausgebaut werden und nicht an den Stadtrand ausgelagert werden.

Und genau dies hat sich die GAL in den Koalitionsvertrag schreiben lassen. Doch hören wir Hamburgs Kultursenatorin Karin von Welck:

Kunst ist für eine Gesellschaft geradezu überlebenswichtig – gerade in einer Handelsmetropole wie Hamburg, die allerdings eine lange Tradition von Mäzentum, Stiftungen und Stiftern hat.

Für die Vergabe der Aterlieräume an die Künstler ist der Verein Ateliers für die Kunst (AfdK) zuständig. Dieser Verein verhandelt mit der Behörde für Kultur, Sport und Medien und dem Immobilien-Verwalter Springenhof AG im Sinne der Künstler, an die es die Räume mittels Ausschreibungen vergibt. Dessen erste Vorsitzende Sylvia Henze hielt auch eine interessante Eröffnungsrede – und damit wollen wir es hier bewenden lassen.

Man höre sich die Reden an und man erfährt sehr viel über Hamburg und seine Künstler. Wir leben in äußerst spannenden Zeiten (nicht nur, aber vor allem in Sachen Kultur und Gesellschaft), in denen sich sehr viel entscheidet. Man kann nur alle Menschen mit Herz dazu aufrufen, ihren Beitrag aktiv zu leisten. Unterstützt die Künstler, komme zu den Ausstellungen und lasst euch bereichertn. Stopp den Auskaufer billigen Wohn- und Arbeitsraum, bestimmt selber die Identität dieser wundervollen Stadt.

http://der-gang.de
http://www.afdk.de
http://www.hamburg.de/kulturbehoerde
http://www.sprinkenhof.de

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