Besuch in der Centrum Moschee Hamburg St.Georg
7. Oktober 2009 von Mark von Gestern
Featured, Kultur, St. Georg
Wir wurden schon am Eingang sehr einladend und herzlich empfangen, so dass wir die Moschee sehr gerne und ganz frei betraten. Ein Tisch mit türkischen Süßigkeiten erwartete uns, sowie kostenlose Bücher über den Glauben des Islam.
Stündlich gab es im Gebetsraum der Männer im ersten Stock eine kleine Info-Veranstaltung, in der der sehr sympathische stellvertretende Vorsitzende der Moschee Ahmet Yazici über den Islam, die Hamburger Gemeinde und über seine Moschee in St. Georg erzählte. So erfuhren wir beispielsweise, dass die Trennung von Männern und Frauen ganz natürliche Gründe hat: Denn zum Gebet führen auch die Frauen Köpfchen auf den Boden und das Hinterteil in die Höh …
Wie dem auch sei, Herr Yazici machte das sehr gut, sehr sympathisch und sehr nett. Unumwunden gab er zu, dass in Deutschland die Bedingungen für die freie Religionsausübung viel besser seien, als in den islamischen Ländern, natürlich auch besser als in der Türkei. Er wies immer wieder auf die Eigenverantwortung der Muslime hin, von denen manche allzugerne in der Opferrolle verharren und anderen die Schuld an dem schlechten Bild des Islam in der westlichen Welt geben. Herr Yazici rief die Gläubigen dazu auf, selbst ein Anlass für ein besseres Bild der Moslems in der Öffentlichkeit zu sein.
Denn immerhin ist Toleranz und Mitmenschlichkeit im Islam von langer Tradition …
War aber ganz schön laut der Gebetsruf des Muezzin!
Es gäbe viel zu diskutieren über das Miteinander und die Haltungen des Islam und seiner Gläubigen zu diesen und jenen Themen. Aber an diesem Tag fand ich das nicht angemessen. Denn hier wollten sich die Moscheen vorstellen um uns einen Eindruck zu vermitteln, was ihre Aufgaben sind in der islamischen Religion. Und das wurde auch sehr umfangreich und offenherzig getan.
Der Islam hat – auch das wurde deutlich – die gleichen Probleme wie auch die christliche Kirche: Viele Menschen wenden sich ab oder finden nur dann zur Gemeinde zurück, wenn sie Probleme haben. Denn auch ein Moslem fühlt sich nicht mehr unbedingt an gewisse traditionelle Werte gebunden, da diese in einer modernen Gesellschaft kaum noch zu zählen scheinen. Die Religionen haben angesicht der rasanten Fortschritte der Wissenschaft, angesichts einer immer komplexer werdenden Welt und der Gigantonamie der Konflikte und Probleme an Glaubwürdigkeit verloren.
Nichtsdestotrotz, sind die Religionen – ob Islam, Christentum, Buddhismus usw. – wichtig für unsere Gesellschaft, sind weiterhin notwendige moralische Instanzen und nach wie vor für viele Menschen ein Halt.
Dies gilt es jederzeit zu respektieren. Vielleicht ist das mein Resumee von diesem tollen Tag der offenen Moschee. Übrigens: Jeden ersten Freitag im Monat findet die Freitagspredigt in deutscher Sprache statt und alle sind herzlich eingeladen, dieser beizuwohnen. Ich werde kommen!
Dialog und der konsequente Abbau von Resentiments und Vorurteilen ist von daher die Aufgabe der Stunde angesicht von islamischem Terror und der ganzen Gewalt im nahen und mittleren Osten.












Manueller Trackback:
Moin, ich habe Deinen Artikel unter “Weitere Besuchsberichte vom ‘Tag der offenen Moschee’ … über die ich im Internet gestolpert bin” verewigt.
“Mark Max Henckel war 2009 in der Centrum-Moschee, hat viele Fotos vom Gebetsraum gemacht und beschreibt seine Eindrücke: “Besuch in der Centrum Moschee Hamburg St.Georg” (7.10.2009)”
http://sankt-georg.info/artikel/310/besuch-islam-moschee-hamburg-einladung
Moin Markus,
yo, sehr schön. Vielen Dank und Grüßchen nach St. Georg!