Der gute alte HSV und die Abstiegsangst in Hamburg

Der gute alte HSV und die Abstiegsangst in Hamburg

Bundesliga-Dino. Seit über 50 Jahren in der 1. Fußball-Bundesliga. Bundesliga-Urgestein. Legende. Uwe Seeler. Weltstadt. Einmal mehr droht dem Hamburger Sportverein, dem HSV der Abstieg in die 2. Liga. Die Angst ist groß. Warum eigentlich?

Manchmal gewinnt man den Eindruck, der HSV hätte ein natürliches Anrecht in der 1. Fußball-Bundesliga. Wir alle wissen, dass es nicht so ist. Vielleicht deshalb, weil man glaubt, die Bundesliga und der Hamburger SV seien untrennbar miteinander verbunden, hat man wahnsinnige Angst vor der 2. Liga. Nicht nur im Verein selbst, bei den Fans, den Hamburgern, die schnell abwinken und ihre dunkle, unheimliche Angst, die irgendwie eine dumpfe Ahnung, einer finsteren Gewissheit weicht, verdrängen. Aber niemand scheint sich zu fragen, was denn wirklich schon schlimm an der 2. Fußballbundesliga wäre. Natürlich es geht ums Geld, um die Einnahmen, die Schulden und die Linzens, aber davon abgesehen, kann ich an einem “Neuanfang” in der 2. Liga nichts Furchtbares erkennen. Was meint ihr?

Olli Schulz & Bjarne Mädel zum “Abstieg” des HSV

Schon vor einem Jahre schrieb Felix Magath in Facebook: “Seit längerem sehe auch ich mit Sorge auf unseren HSV. Denn meiner Ansicht nach scheint mir die Diskussion etwas zu kurz gesprungen, wenn man darüber redet, der HSV bräuchte einen neuen Sportdirektor. Ich glaube, der HSV wäre gut beraten, wenn er nicht nur einen neuen Sportdirektor sucht, sondern sich auch Gedanken machen würde über seine Ausrichtung. Was will der Verein und wohin will der Verein überhaupt, welches Niveau möchte er erreichen? Ich denke, da muss man beim HSV an deutlich mehr arbeiten als nur an einem neuen Sportdirektor.”

Darum geht es. Ein Abstieg in die 2. Liga böte die Chance für einen neue konsequente Ausrichtung des HSV. Denn die Antwort auf Magaths Frage “Was will der Verein und wohin will der Verein überhaupt, welches Niveau möchte er erreichen?” hat der Verein mit dem Tabellenplatz gegeben. Man ist froh, den Relegationsplatz zu halten, aber die Wahrscheinlichkeiten von einem Aufsteiger geschlagen zu werden ist extrem hoch.

Felix Magath wollte den HSV “retten” stellte aber Bedingungen, die der Verein nicht umsetzen wollte. Also ist die 2. Liga nur Konsequent.

Wir alle, wir Hamburger wollen internationalen Spitzenfußball in der Stadt. Wir wollen die großen Europäischen Mannschaften im ehemaligen Volksparkstadion sehen … und schlagen. Das passt zu einer Weltstadt für Hamburg, zu dem schönen Stadion und zum traditionsreichen Hamburger Sportverein. Es geht um eine grundsätzliche Neuausrichtung, ein Neuaufbau. Nach meiner Meinung gelingt das am Besten mit 1-2 Saisons in der 2. Liga. Deshalb habe ich keine Angst vorm Abstieg, sondern sehe das als Chance.

Aber selbst, wenn nicht. Wenn alles klappt und die Relegation gewonnen würden, ist nicht wirklich was gewonnen. Denn was soll das bringen, wenn nicht der Neuanfang endlich angegriffen wird, wenn nicht radikale Reform und konsequente Ausrichtung auf modernen Profi-Fußball auf internationalem Niveau umgesetzt werden – ob in der 1. oder 2. Liga spielt erst einmal keine Rolle und macht aus meiner Sicht keinen Unterscheid.

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